An einem Winterabend Mitte der neunziger Jahre hat Élodie ihre Koffer in Dresden abgestellt; die Stadt erscheint ihr damals eher unwirtlich – kalt und grau –, das Doppelzimmer im Studentenwohnheim bietet nur rudimentären Komfort. Doch sie ist gekommen um „Unterschiede zu erleben“ und deswegen nimmt sie kleinere Unannehmlichkeiten vorerst in Kauf. Nach Ende ihres Praktikums bewirbt sie sich auf gut Glück auf eine Stelle bei Infineon und wird eingestellt. Als sie ihren Mann kennen lernt, ist klar, dass sie in Dresden bleiben wird. Die Stadt bietet gute Möglichkeiten für eine Karriere in der Mikroelektronik-Branche.

Das Paar bezieht ein modernes Reihenhaus unweit der Elbe, drei Kinder werden in geringem Abstand geboren. Als gute Französin gibt Élodie ihren Beruf nicht auf, verhandelt aber verkürzte Arbeitszeiten. Ihre Kinder sind perfekt zweisprachig. Jetzt wo sie größer werden, wünscht sich Élodie, dass auch ihr Mann an der Unterhaltung teilnehmen kann – möglichst auf Französisch.

 


 

In Dresden mag ich die DDR-Vergangenheit. Hier gibt es mehr Vielfalt.

Ich erkläre den Kindern die kulturellen Unterschiede, doch sie haben eher eine französische Kultur.

 

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