Nach dem Abitur beginnt Sophie ein Architekturstudium, wechselt dann aber zu einer künstlerischen Ausbildung. Sie hat das Glück, zu den ersten Absolventen der École Émile-Cohl in Lyon zu gehören. Die Schule, die insbesondere Illustratoren ausbildet, ist heute sehr angesehen. Nach ihrem Abschluss, bearbeitet sie Aufträge in den verschiedensten Bereichen: sie zeichnet Kinderbuchillustrationen, erstellt Visualisierungen für Architekten und betätigt sich sogar auf dem Gebiet der Restaurierung, indem sie an einer Neuschöpfung nach historischem Vorbild des Bühnenvorhangs des Theaters von Bordeaux arbeitet.

Bei einer Wanderung in Österreich lernt sie ihren zukünftigen Mann kennen, der Rechtsanwalt ist und aus Bonn stammt. Sie folgt ihm nach Dresden, wo er kurz nach der Wiedervereinigung anfängt zu praktizieren. Die Ankunft in Deutschland bedeutet für sie eine Zäsur. Von ihrer künstlerischen Basis abgeschnitten, braucht sie lange, um den Faden wieder aufzunehmen. Viele Jahre lang arbeitet sie fast heimlich in ihrem Atelier in Radebeul. Den Künstlerkittel hat sie vorläufig gegen die Schürze der Familienmutter getauscht; sie erzieht zwei Söhne.

Seit einer ersten Ausstellung im Institut Français in Dresden findet sie langsam wieder Anschluss an das Kunstgeschehen; sie widmet sich nun mehr der Malerei als der Illustration. Auch die Praxis des Tai Chis hat ihr geholfen sich wieder neu zu orientieren.

 

Ich habe alle meine Kräfte darauf verwendet, die Sprache zu lernen. Ich hatte kein Atelier. Es ging in erster Linie um das Leben, um das Entdecken. Daneben war ich nicht in der Lage zu Malen. Ich habe eingespeichert …

 

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